Vorderunnutz im Rofan am Achensee
Der Vorderunnutz ist mit seinen 2078 m einer der lohnendsten Aussichtsberge am Achensee – wenn auch nicht so bekannt wie die Rotspitze, die Rofanspitze und der Hochiss. Der Vorderunnutz gehört zum Unnutz-Massiv, das den nördlichen Abschluss des Rofangebirges bildet. Auch wenn der Name „Unnutz“ erst einmal wenig einladend klingt – er rührt vermutlich daher, dass die steilen Grashänge früher für die Bauern kaum nutzbar waren –, ist der Berg für Wanderer alles andere als nutzlos.
Die Lage: Zwischen Achensee und Guffert
Der Vorderunnutz steht markant über Achenkirch. Er ist der südlichste und am meisten besuchte Gipfel eines Dreiergespanns: Dem Vorderunnutz folgen nach Norden hin der Hochunnutz (2075 m) und der Hinterunnutz (2007 m). Während die Westseite steil und schroff zum Achensee abbricht, zeigt sich die Ostseite – also die Richtung, in der auch Steinberg liegt – als weites, steiles Almgelände. Diese geografische Lage macht ihn zu einer perfekten Aussichtskanzel.
Der klassische Vorderunnutz Wanderung über die Köglalm
Die meisten Wanderer starten ihre Tour in Achenkirch. Der Weg führt zunächst über eine Forststraße oder einen Waldsteig hinauf zur Köglalm (1428 m). Von dort aus wird es alpiner. Der Pfad zieht sich in vielen Serpentinen über den breiten Südhang nach oben. Hier kommt man ordentlich ins Schwitzen, da die Sonne in diesen Hang voll hineinbrennt. Technisch gesehen ist der Weg nicht extrem schwierig, aber man braucht eine gute Kondition für die knapp 1100 Höhenmeter ab dem Tal. Je höher man kommt, desto mehr öffnet sich der Blick zurück auf den Achensee, der von oben oft wie ein Fjord wirkt.
Das Gipfelerlebnis und die Aussicht
Oben angekommen, steht man auf einem recht geräumigen Gipfelplateau. Das Besondere am Vorderunnutz ist das 360-Grad-Panorama:
- Im Süden blickt man direkt in das zerklüftete Rofangebirge und über den Achensee.
- Im Westen baut sich das mächtige Karwendel auf.
- Im Osten sieht man den markanten Stock des Guffert und das dahinterliegende Kaisergebirge.
- Bei klarer Sicht reicht der Blick im Süden sogar bis zu den vergletscherten Gipfeln der Zentralalpen (Zillertaler Alpen, Hohe Tauern).
Kurzes Fazit
Der Vorderunnutz ist kein Berg für die schnelle Nummer zwischendurch. Er verlangt einem durch den stetigen Anstieg einiges ab, belohnt aber mit einem der besten Ausblicke, die man in den Brandenberger Alpen finden kann. Wer in Steinberg oder Achenkirch Urlaub macht, sollte diesen Gipfel definitiv auf der Liste haben – vorausgesetzt, die Waden spielen mit und man hat genug Wasser für die sonnigen Südhänge dabei.
Klassische Vorderunnutz Wanderung
| Merkmal | Daten & Fakten |
| Gipfel | Vorderunnutz |
| Höhe | 2078 m |
| Start- & Zielpunkt | Parkplatz Köglboden (ca. 960 m) oder Achenkirch/Scholastika |
| Wichtigste Station | Köglalm (1428 m) |
| Höhenunterschied | ca. 1.120 Höhenmeter (Auf- und Abstieg) |
| Streckenlänge | ca. 9,5 km (Gesamtstrecke hin und zurück) |
| Gehzeit (Gesamt) | ca. 5,5 bis 6 Stunden |
| Schwierigkeitsgrad | Mittelschwer (Roter Bergweg) |
| Anforderungen | Ausdauer, Trittsicherheit & Schwindelfreiheit |
| Beste Jahreszeit | Juni bis Oktober (je nach Schneelage) |
Der Kammweg: Die „Unnutz-Überschreitung“
Für erfahrene Bergwanderer ist der Vorderunnutz oft nur der erste Streich. Ein wunderschöner, aber langer Gratweg verbindet die drei Gipfel (Vorder-, Hoch- und Hinterunnutz). Der Weg am Kamm entlang ist ein ständiges Auf und Ab und erfordert Trittsicherheit, da es an manchen Stellen steil abfällt. Wer diese Tour macht, erlebt eine Einsamkeit, die man im Rofangebirge selten findet. Der Abstieg erfolgt dann über die Zöhrer Alm zurück nach Achenkirch, was die Tour zu einer runden, aber anstrengenden Tagesschleife macht. –> Hochunnütz
Weiterführende Links
- hier kannst du perfekt Wandern im Rofan
- wissenswert über das Rofangebirge
- so schön sind die Brandenberger Alpen
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