Die Klammen im Rofan

Die Klammen im Rofan
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Die Tiefenbachklamm und die Kaiserklamm am Rofan in Tirol
Im Vergleich zur sehr gut besuchten Wolfsklamm im rund 15 Kilometer entfernten Karwendelgebirge, sind die beiden Klammen im Rofangebirge ein Geheimtipp. Weitaus weniger Besucher kommen zu den Klammen der Brandenberger Ache. Dabei ist sowohl der Steig durch die Tiefenbachklamm als auch die Kaiserklamm eine Wanderung wert. Von Mai bis Oktober locken mich beide Klammwanderungen immer wieder! Wenn du auf die Kinder aufpasst und sie gerne wandern, sind beide Klammen sehr schön als Familienwanderung zu gehen. Abwechslungsreich und abenteuerlich sind die Steige durch die Klamm – aber eben auch gefährlich, deshalb gut aufpassen, damit der Familienausflug kein böses Ende nimmt. In der Tiefenbachklamm kam es schon einmal zu einem tödlichen Unfall einer Familie. Bei guter Wanderausrüstung (Wanderschuhe!) und Sorgfalt ist die Klammwanderung aber ein tolles Erlebnis. Besonders die Aussichtskanzel ist in der Tiefenbachklamm toll:

Das ist die Aussichtskanzel bei der Wanderung durch die Tiefenbachklamm in Tirol

Wo sind die Klammen im Rofangebirge?
Am östlichen Rand vom Rofan fließt die Brandenberger Ache in einem relativ engen Tal aus den Bergen heraus. Sie bringt das Wasser aus den Brandenberger Alpen in den Inn hinein. Bei Kramsach „übergibt“ die Brandenberger Ache das türkisfarbene Bergwasser dem Inn. Weniger als 10 Kilometer davor, zwängt sich die Brandenberger Ache durch die engen Felsstellen in der Tiefenbachklamm. Und weitere 7 Kilometer talweinwärts befindet sich die zweite Klamm, die Kaiserklamm.

Klammwandern im Rofan – Hier siehst du den Steig durch die Kaiserklamm:

Als Andenken an den Erbauer des Wandersteigs durch die Kaiserklamm gibt es dieses Denkmal.

Die Berge in diesem gesamten Bereich der Brandenberger Alpen – von Kramsach bis zum Kaiserhaus und rundherum – sind praktisch der Natur überlassen. Nur sehr wenige Menschen wohnen hier, wenige Touristen kommen her – und wenn, dann meist nur für einen Besuch der Tiefenbachklamm und der Kaiserklamm. Die Forstwirtschaft spielt hier die größte Rolle, wie schon früher als die Klammsteige angelegt wurden.

Hier an diesen engen Stellen der Klammen, mussten die Forstmitarbeiter aufpassen, damit sich die langen Bäume nicht verkeilten. Und es doch passierte, sind sie hinuntergestiegen und haben die Stämme gelöst. Ein schwieriges Unterfangen, das im reißenden Wasser auch tödlich endete.

Die Bäume wurden  früher auf dem Wasser aus den Bergen ins Inntal transportiert. Damit sie durch die schmalen Stellen der Kaiserklamm und der Tiefenbachklamm geschwommen sind, wurden sogenannte Triftsteige angelegt. Sie bildeten die Basis für die heute bestehenden Wandersteige. Die Arbeit war damals sehr mühsam. Jahrelang wurde an den Steigen durch die Klammen gebaut. Teilweise mussten Felsen abgeschlagen werden bzw. Tunnel in die Felsen gegraben werden. Eine Arbeit, die Jahre dauerte. Am besten kannst du das bei der Wanderung durch die Kaiserklamm sehen. Aber auch in der Tiefenbachklamm gibt es einen kurzen Felsentunnel auf dem Wanderweg durch die Klamm.

Heute wird kein Holz mehr „gedriftet“. Der Abtransport erfolgt über die Forststraßen per LKW.  Die Schluchten sind geblieben und lohnen sich wie geschrieben für eine Wanderung. Für mich sind diese Wanderungen im Rofan neben den Almwanderungen die Schönsten! Die besten Zeiten zum Klammwandern sind im Frühling, wenn die Schneeschmelze den Wasserspiegel steigen lässt und der Sommer. An heißen Tagen gibt es nämlich vor und nach den beiden Klammen schönen Stellen, wo man sich in der Brandenberger Ache abkühlen kann. Besonders toll ist nach der Klammwanderung durch die Kaiserklamm das breite Flußbett hinter der Klamm.
Schau mal hier:

Das breite Flußbett der Brandenberger Ache nach der Kaiserklamm

Du willst hin? Die detailierten Wanderungen sind hier:
– für die Kaiserklamm auf www.kaiserklamm.com
– für die Tiefenbachklamm www.tiefenbachklamm.com

—> hier geht es auf der Seite über das Rofangebirge weiter: Meine Wanderungen im Rofan.